Von:
Theodor Adam

e-fasten.de

„Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?“ (Jesaja 58, 5)

Ich muss zugeben: Gott überrascht mich. Mal wieder. Und gleichzeitig frage ich mich, warum ich es immer noch nicht verstanden habe: Wasser zu Wein, das Ährenraufen am Sabbat, die Heilung der Tochter der kanaanäischen Frau – ein Tabubruch folgt dem nächsten. Schlag auf Schlag. Und immer geht es um das Wohl der Menschen: weiter feiern, satt werden, heil werden- Was muss Gott noch tun, damit ich verstehe, dass er ein Menschenfreund ist? Selbst Mensch werden? Auch schon passiert.

Und ich sitze am Schreibtisch und überlege, worauf ich in den nächsten sieben Wochen verzichte. „Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe?“ Ne. Ich bin schon wieder gesetzlicher als Gott, der Lebensbejaher. Steh´ dem Leben mal wieder selbst genau im Weg.

„Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: […] Brich´ dem Hungrigen dein Brot, und die in Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jesaja 58, 6-7) Nachdenklich lehne ich mich im Schreibtischstuhl zurück. Gott ist ein Tabubrecher, ein Macher. Intuitiv. Schert sich nicht um Konventionen. Ein Menschenfreund. Nur die Nächstenliebe zählt.

Und ich plane mein Fasten wieder verspießt-pharisäisch und allein am Schreibtisch. Typisch ich! Dieses Jahr Fastenzeit mal typisch ER – ob ich es wage?